myDATA und verpflichtende E-Rechnungsstellung: Was sich 2025–2026 wirklich ändert
Die verpflichtende E-Rechnung ist jetzt Realität, aber nicht nach dem vereinfachten Motto „März 2026 für alle“. Hier sind die Umsetzungsphasen, die verfügbaren Kanäle und die offiziellen Anreize.
myDATA bleibt das Rückgrat der digitalen Steuerberichterstattung in Griechenland, doch die wichtige Änderung des Jahres 2026 ist nicht mehr nur Zukunftsplanung. Die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung ist inzwischen durch AADE-Entscheidungen in den Rechtsrahmen aufgenommen worden und wird phasenweise eingeführt. Das ist entscheidend, weil viele ältere Artikel nur ein einziges Datum für alle Unternehmen nennen, was heute nicht mehr zutrifft.
Welche Fälle die verpflichtende E-Rechnungsstellung erfasst
Nach den derzeit geltenden AADE-Entscheidungen erstreckt sich die Pflicht-E-Rechnungsstellung auf:
- Inländische B2B-Großhandelsumsätze
- B2B-Transaktionen mit Unternehmen in Drittstaaten außerhalb der EU
- B2G-Transaktionen mit Einrichtungen der Generalregierung
Praktisch bedeutet das: Es geht nicht nur um myDATA-Klassifizierungen. Es ändert sich auch, wie bestimmte Rechnungen überhaupt ausgestellt werden müssen.
Die Einführung erfolgt stufenweise, nicht mit einem einzigen Datum für alle
- Erste Periode: Unternehmen mit Bruttoumsatz über €1.000.000 laut Einkommensteuererklärung 2023.
- Der ursprüngliche Start für die erste Periode war auf den 2. Februar 2026 festgesetzt, wurde aber durch die Entscheidung A.1044/2026 auf den 2. März 2026 verschoben.
- Für die erste Periode wurde außerdem ein Übergangsfenster bis 3. Mai 2026 vorgesehen, sofern die Voraussetzungen der Entscheidung und die fristgerechte Erklärung erfüllt sind.
- Zweite Periode: Die nächste Phase beginnt am 1. Oktober 2026 im Rahmen von A.1128/2025.
Provider oder timologio: was tatsächlich möglich ist
Der geltende Rahmen bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen zwingend in jedem Fall einen privaten Provider beauftragen muss. Die rechtlich vorgesehenen Kanäle umfassen:
- Zertifizierte E-Rechnungsprovider
- Die timologio-Anwendung der AADE
Das korrigiert einen zentralen Irrtum vieler Online-Zusammenfassungen. Ein Provider kann operativ weiterhin die richtige Wahl sein, insbesondere bei höherem Volumen oder komplexem ERP, doch der Rechtsrahmen ist präziser als die pauschale Aussage „alle Unternehmen brauchen einen Provider“.
Offizielle Anreize für frühe Einführung
Mit Entscheidung A.1129/2025 aktiviert die AADE die Anreize nach Artikel 71TH des Einkommensteuergesetzes für Unternehmen, die vor ihrem verpflichtenden Startdatum vollständig auf elektronische Rechnungsstellung umstellen. Praktisch sieht der Rahmen einen zusätzlichen steuerlichen Aufschlag von 100% auf die Erstkosten für Hardware oder Software sowie einen entsprechenden Aufschlag auf Ausstellungs-, Übermittlungs- und elektronische Archivierungskosten während der ersten 12 Monate vor.
Sanktionen: keine pauschalen Internet-Tabellen verwenden
Die AADE hat mit E.2004/2026 klargestellt, wie Verstöße behandelt werden. Entscheidend ist, dass die Sanktion vom konkreten Verstoß und von der jeweils anwendbaren Buchführungspflicht abhängt. Gerade deshalb sind allgemeine Internet-Tabellen wie „€X pro Dokument“ kein verlässlicher Compliance-Maßstab, wenn die tatsächliche Rechtsgrundlage des Prozesses nicht geprüft wurde.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
- Bestimmen Sie Ihre Phase anhand des Bruttoumsatzes 2023 und Ihrer Dokumenttypen.
- Wählen Sie den richtigen Kanal: Provider oder timologio, je nach Rechtsrahmen und operativen Anforderungen.
- Reichen Sie die erforderliche Erklärung fristgerecht ein, wenn Sie die Übergangsregel nutzen.
- Testen Sie Ausstellung, MARK-Verarbeitung und Archivierung vor dem Go-live.
- Stimmen Sie Rechnungsstellung, myDATA, VAT und Kundenprozesse gemeinsam ab, statt sie als getrennte Backoffice-Aufgaben zu behandeln.
Apostolou & Partners unterstützt Unternehmen dabei, die richtige Pflichtphase der E-Rechnungsstellung zu bestimmen, den passenden Umsetzungsweg zu wählen und die Rechnungsausstellung mit der steuerlichen Compliance zu synchronisieren. Kontaktieren Sie uns für einen myDATA- und E-Rechnungs-Readiness-Check.